Hypospadie  


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Was ist Hypospadie?

Hypospadie bezeichnet eine angeborene Anomalie der Harnröhre. Diese endet nicht an der Spitze der Eichel sondern abhängig von der Schwere des Grades an der Unterseite des Penis.

In sehr seltenen Fällen kann der Harnröhrenausgang auch an der Oberseite des Penis enden (medizinische Bezeichnung: Epispadie)

Klassifizierungen von Hypospadien, abhängig vom Ausgang der Harnröhre (modifiziert von Sheldon und Ducket 1987).


Die verschiedenen Schweregrade:

Glanulare Hypospadie:

Sonderform: Glanulare Hypospadie mit kompletter Vorhautschürze und Megameatus:


Penile (distale) Hypospadie:


Proximale (Penoskrotale) Hypospadie mit Penisschaftkrümmung (Chordee):w.gif" border="0"><>

Proximale (penoskrotale) Hypospadie ohne Chordee:


Der beste Zeitpunkt für eine Operation

Eine Studie von Schulz et al, 1983, zeigt, dass das ideale Zeitfenster für eine Hypospadie-Korrektur zwischen dem 3. und 18. Lebensmonat des Kindes liegt (während der ersten 4 Lebensjahre wächst der Penis weniger als 1 cm). Die Erfahrungen des Autors in der Vergangenheit haben gezeigt: Je älter das Kind, desto mehr Streß für das Kind und desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Kind an den Krankenhausaufenthalt erinnert.

Der beste Zeitpunkt für eine Hypospadie-Operation

Gegenüberstellung der Risiken einer Hypospadie-Korrektur in Abhängigkeit vom Alter. Das optimale Zeitfenster liegt zwischen dem 3. - 18. Lebensmonat (modifiziert von Schulz et al., 1983).

Jeder Chirurg hat eine eigene Meinung über den idealen Operationszeitpunkt.

In der Vergangenheit wurde die Auffassung vertreten, dass  die Operation erst durchgeführt werden sollte, wenn das Kind 3 Jahre alt ist, da dann der Penis größer wäre und die Operation einfacher. Jedoch wächst der Penis in den ersten 4 Lebensjahren weniger als 1 cm. In der Zwischenzeit wird eine Operation für das Kind jedoch stressvoller und könnte psychologische Effekte für den Rest seines Lebens haben. Möglicherweise ist der Heilungsprozess schneller und besser je jünger das Kind ist.

Die Wahl der Operationstechnik

"Der Chirurg sollte die Technik anwenden, die am Besten ist für den Patienten und nicht den Patienten der Technik anpassen, die er am liebsten anwendet."

Es gibt über 300 verschiedene Techniken für Hypospadie-Korrekturen, der internationale Standard in der Hypospadie-Operation konzentriert sich auf 10 Techniken.

Bei einer glanularen Hypospadie mit mobilem Harnröhrenausgang kann z. B. die "Umgekehrte Y-Technik" ("Inverted Y-Technique"), bei distaler (peniler) Hypospadie die "Y-V glanuloplasty modified Mathieu" Technik angewandt werden.
Allerdings ist jeder Patient speziell und so entscheidet sich oft während der Operation, welche Technik die Beste ist.

Die 2-Stufen-Korrektur kann bei Patienten mit perinealer Hypospadie bevorzugt werden, um die Verwendung von später behaarten Hautarealen zu vermeiden.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Techniken, welche bei einer erstmaligen Hypospadie-Korrektur-Operation angewandt werden können:


Einige Operationstechniken:

Die "umgekehrte Y-Glanuloplastik":


Die "umgekehrte Y-Thiersch-Technik modifiziert nach Hadidi":

Die "umgekehrte Y-Thiersch-Technik nach Hadidi"

Die "umgekehrte Y-modifizierte Mathieu Technik nach Hadidi"

Der Nachteil bei der Original-Mathieu Technik lag beim endgültigen Erscheinungsbild der Harnröhre (ein "lächelnder" (leicht nach oben gebogener) Harnröhrenausgang, der nicht ganz an der Spitze der Eichel endet). Die modifizierte Technik zeigt einen vertikalen geraden Harnröhrenausgang, der an der Spitze der Eichel endet. Diese Technik kann bei ca. 70 - 80 % Hypospadie-Patienten angewandt werden. Die einzige Kontraindikation ist eine vorhandene sehr starke Penisschaftkrümmung die über (also körperfern) dem hypospadischen Harnröhrenausgang liegt.
Die Vorhaut wird bei der Operation erhalten. Sie sollte frühestens 6 Monate nach der Operation (wenn alles vollständig verheilt ist) je nach Wunsch der Eltern passend zur korrigierten Hypospadie rekonstruiert oder beschnitten werden. Es ist nicht empfehlenswert, eine Rekonstruktion oder Beschneidung während der Hauptoperation durchzuführen, denn im Falle von Komplikationen wird die vorhandene Vorhaut für eine weitere Operation benötigt.

Komplikationen
Fisteln können bei bis zu 5 % der Patienten auftreten.


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