Hypospadie  


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Häufig gestellte Fragen

Allgemeine Fragen zur Hypospadie

  1. Ist eine entdeckte Hypospadie in der Schwangerschaft ein Grund für eine Abtreibung?

    Definitiv nicht! Hypospadie ist eine korrigierbare Anomalie und mehr als 90 % der Hypospadie-Patienten führen ein komplett normales Leben mit eigenen Kindern und normalem Sexualleben.


  1. Ich habe ein Kind mit Hypospadie. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch mein zweites Kind mit einer Hypospadie geboren wird?

    Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Das Auftreten einer Hypospadie ist meistens sporadisch, das heißt, nicht speziell mit den Genen der Eltern in Verbindung zu bringen. Selten gibt es Familien wo eine Hypospadie von einer Generation zur anderen vererbt wird.

  1. Wie häufig treten Hypospadien auf?

    Die Häufigkeit ist abhängig von der Menschenrasse (z. B. treten Hypospadien bei der weißen Rasse am häufigsten auf) und vom Lebensort.
    Verschiedene Studien sprechen von einer Häufigkeit von 1 : 125 bis zu 1 : 300 (d. h. bei 125/300 männlichen Geburten wird ein Junge mit einer Hypospadie geboren). Es gibt Hinweise, dass Hypospadien in den letzten 15 Jahren zunehmen.


  1. Wann sollen wir zum Spezialisten?

    Da das ideale Operationszeitfenster zwischen dem 3. und 18. Lebensmonat des Kindes liegt, ist es ratsam, einen erfahrenen Hypospadie-Spezialisten in den ersten 3 Lebensmonaten zu kontaktieren.
    Denken Sie daran: es gibt viel schlimmere angeborene Fehlbildungen, die nicht operabel sind. Darum muss die Entscheidung "wie geht es weiter?" auch nicht von einem Moment auf den anderen getroffen werden. Sie haben Zeit, sich zu informieren und einen Spezialisten, der gute Erfahrungen mit Hypospadie-Korrekturen hat aufzusuchen.

  1. Welchen Spezialisten sollen wir kontaktieren? Einen Kinderchirurgen, Urologen oder plastischen Chirurgen?

    Es ist nicht wichtig ob der Spezialist Kinderchirurg, Urologe oder plastischer Chirurg ist. Einige der weltweiten Pioniere der Hypospadie waren Kinderchirurgen, andere Urologen und einige plastische Chirurgen.
    Viel wichtiger ist, dass er Erfahrung mit Operationen an Kindern hat und natürlich noch wichtiger, dass er viel Erfahrung mit Hypospadie-Korrekturen verbunden mit guten Erfolgen hat. Es gibt verschiedene Operationstechniken, die zu einem guten Erfolg führen und bitte bedenken Sie: es kommt nicht auf eine bestimmte Technik an, wichtig ist, dass der Chirurg die Technik anwendet, die bei Ihrem Kind die besten Resultate hervorbringt.

  1. Wie kann ich die Schwere der Hypospadie bei meinem Kind / bei mir erkennen?

    Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle:
    • Wo ist der Harnröhrenausgang?
    • Ist der Penis gerade oder gekrümmt?
    • Ist die Haut gesund oder nicht?
    • Gibt es Voroperationen?

    Generell: Liegt der Harnröhrenausgang in der äußeren Hälfte des Penis ist der Grad weniger schwer (meistens ist der Penis dann auch nicht gekrümmt, die Haut ist gesund und die Chancen einer erfolgreichen Korrektur in einer einmaligen Operation sollten mehr als 90 % sein).

    Liegt die Harnröhrenöffnung in der körpernahen Hälfte, ist der Penis meistens gekrümmt, die Haut könnte nicht gesund sein und es könnte mehr als eine Operation notwendig sein. Bei einem Hypospadie-erfahrenen Chirurgen liegt die Erfolgsrate bei 80 %.


    Glanulare Hypospadie:

    Sonderform glanularer hypospadie mit Megameatus und kompletter Vorhautschürze:


    Distale (penile) Hypospadie:


    Proximale (penoskrotale) Hypospadie mit Penisschaftkrümmung (Chordee):

    Proximale (penoskrotale) Hypospadie ohne Penisschaftkrümmung:


7. Welche Probleme kann eine Hypospadie verursachen?

Die Einschränkungen sind natürlich abhängig vom Schweregrad der Hypospadie.

Eine Problematik besteht darin, stehend Harn zu lassen und der optische Eindruck, dass der Penis "anders" aussieht. Die psychologischen Folgen dürfen nicht außer Acht gelassen werden.
Bei nicht korrigierter Hypospadie können später Schmerzen durch die freiliegende Schleimhaut beim Geschlechtsverkehr, evt. auch Blutungen auftreten.
Bei einer schweren Krümmung des Penis kann eine Erektion auch häufig schmerzhaft sein.

Das Sexualleben und die Fähigkeit Kinder zu zeugen, könnte eingeschränkt sein.


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